Addams Family – das Musical

Mit 7 Jahren wurde ich gegen meinen Willen von meiner Mutter in das Musical „Tanz der Vampire“ geschleppt. Nach dem 1. Lied verflog mein Trotz allerdings und ich verliebte mich sowohl in Musicals, als auch in Vampire. Seitdem habe ich mehrere Musicals besucht, u.a. Rebecca, Die Schöne und das Biest, Elisabeth, Romeo und Julia, Tanz der Vampire ein zweites Mal… Jedes einzelne war wundervoll.

Die Addams Family kam pünktlich nach Halloween nach Wien. Und natürlich wollte ich dort unbedingt hin! Am 2. November ging es im Museumsquartier los. Ich bekam von meiner Mutter eine Karte zum Geburtstag und sie begleitete mich auch. Unglücklicherweise musste sie mit Gips zur Aufführung, deshalb kann ich auch ein kleines bisschen über die Barriere…“freiheit“ in der Kunsthalle erzählen. Wir wurden mit dem Auto zum Haupteingang des MQ gebracht und mussten dann noch ungefähr 5 Minuten zum Eingang der Kunsthalle gehen. Im Normalfall braucht man wohl 2 Minuten.

In der Halle gab es dann kurze Verwirrung wo wir genau hin müssen, aber es war eigentlich alles gut angeschrieben. Es gab Garderobenpflicht, die wir nicht in Anspruch nehmen wollten, da das Anstehen für meine Mutter eine Zumutung gewesen wäre. Wir gingen also zum Ticketabreißer, der dazu zum Glück nichts sagte und meine Mutter sogar fragte ob Treppen rauf- oder Treppen runtergehen schlimmer wäre. Er sagte uns auch wie viele Treppen es ungefähr wären und wo der Aufzug ist. Wir nahmen den Weg nach oben, die Anzahl der Treppen war in Ordnung. Wir fanden unseren Platz recht schnell und zum Glück saßen wir direkt am Rand.

Zu Beginn des Musicals kam It auf die Bühne und machte auf lustige Art darauf aufmerksam Handys auszuschalten und nicht (mit Blitz) zu fotografieren. Und dann ging es los mit dem klassischen Addams Family Intro, wo ein großer Teil des Publikums enthusiastisch mitklatschte.

Und dann kam Uwe Kröger als Gomez auf die Bühne und das Musical fing jetzt richtig an. Die ganze Familie war auf der Bühne und brachte alle mit „Bist du ein Addams“ in Stimmung. Die Kostüme waren toll, vor allem die der „Ahnen“. Einer der Ahnen sah wie Jack Sparrow aus Fluch der Karibik (in Weiß gekleidet) aus und brachte den Standard-Spruch „Klar soweit?“. Mit solchen Witzen ging es durch das ganze Musical weiter. Zwischendurch gab es einige Schenkelklopfer und schlechtere Lieder. Manche Songs waren meiner Meinung nach sehr unausgereift und klangen als hätte ein_e 10-Jährige_r sie geschrieben. Vieles war auch schlicht langweilig und langatmig. Auch unpassende Witze über Borderline oder Trans Menschen gab es, wo mir echt das Lachen verging.

Der Plot war in Ordnung, aber nicht typisch Addams Family, wie ich finde. Wednesday verliebt sich in einen „gewöhnlichen“ Jungen und sie wollen heiraten und wissen nicht wie sie es der Familie beibringen sollen. Nichts Großartiges. Aber das Verhalten von Wednesday war zeitweise wirklich untypisch und eigenartig.

Auch fand ich, dass viele Songs versaut wurden, weil die Sänger_innen versuchten zu… „schreisingen“. In die Richtung Jennifer Rostock. Das klang sehr gezwungen und unpassend. Viele Tänze waren auch etwas unsynchron. Prinzipiell stört mich so etwas weniger, es war ja ein kleines Musical. Aber ich kenne sowas halt einfach nicht. ^^

Uwe Kröger als Gomez war außerdem extrem fehlbesetzt. Ich mag ihn sehr, aber er versuchte einen spanischen Akzent und es war einfach fürchterlich. Es passte zudem einfach gar nicht zu Uwe Kröger. Durch sein vieles Rumgefuchtel fiel auch sein Mikrofon zeitweise „aus“ und man hörte ihn nur mehr ganz dumpf. Aber er ist ja Profi und hat das ganz gut überspielt. Meine Lieblingscharaktere waren definitiv Wednesday und Morticia. Auch Lukas, der Freund von Wednesday, gefiel mir ganz gut. Stimmlich waren alle top. Österreichische Witze wurden extra für Wien eingebaut, das kam auch gut an.

Nach dem Musical kaufte mir meine Mutter die CD um € 15. Zu Hause fiel mir auf, dass einige Lieder wohl länger brauchen bis man sie mag. Das sollte bei einem Musical nicht der Fall sein, finde ich. Aber eventuell bin ich einfach verwöhnt von großen Musicals, wo man die Lieder schon lange kennt, wie eben Tanz der Vampire. Einige Songs haben aber definitiv Ohrwurmfaktor, z.B. „Neue Wege“ (Wednesday), „Bist du ein Addams“, „Sag die Wahrheit“, „Verrückter als du“ und „Tauch hinab ins Dunkel“.

Insgesamt bin ich froh, dass ich es gesehen habe. Ich wäre traurig gewesen es nicht zu erleben. Aber ein zweites Mal würde ich es mir mit der Besetzung und der Story nicht mehr ansehen, denke ich. Dafür war es leider ein wenig zu langweilig.

Die Addams Family kommt im März nach München und im Mai nach Berlin, falls ihr Interesse habt. Auf der Website findet ihr auch einen Trailer.

Schaut ihr auch so gerne Musicals? Oder könnt ihr damit gar nichts anfangen?

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2 Gedanken zu “Addams Family – das Musical

  1. Valandriel Vanyar Antworten

    Ich LIEBE Musicals! Mein erstes war mit 6 Jahren in den USA Die Schöne und das Biest – ich habe zwar nur Bahnhof verstanden, aber fand es sehr schön anzuschauen.
    Meine Lieblinge sind Tanz der Vampire (werde ich im Januar zum 3. Mal besuchen) und Rocky Horror Picture Show (auch schon 2x gesehen).
    Danke für den Addams Tipp! Auch wenn du dich leider nicht so begeistert anhörst… München und Berlin ist mir etwas zu weit weg zum eben so mal gucken..

    LG Valandriel

    1. rumschweigen Antworten

      Ich war auch in London in „Spamalot“ (Die Ritter der Kokosnuss), es war großartig. Hab‘ auch kaum was verstanden. 😀
      Rocky Horror Picture Show steht definitiv noch an! Bin froh, dass ich in Wien bin, wo viele Musicals regelmäßig wiederkommen.
      Addams Family war halt nett zum einmaligen Anschauen, aber mehr auch nicht. ^^ Dafür sind die Tickets wesentlich günstiger als für ein großes Musical. Immerhin!

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