Warum meine Haare ab mussten

Ich habe meine Haare ganz kurz schneiden lassen. Für mich war das schon ein paar Wochen klar. Ich hatte auf Twitter gefragt, ob ich das machen sollte. Das Ergebnis war relativ eindeutig: „Ma wurscht“, gefolgt von „Nein“. Zu dem Zeitpunkt war ich mir aber schon zu 90% sicher das machen zu wollen, insofern konnte mich die Umfrage nicht davon abhalten. Mich hat einfach nur interessiert was andere dazu denken und vielleicht wollte ich auch einen kleinen Schubs haben. Ich konnte meine Haare nicht mehr ertragen.

Die letzten Tage hat sich dieser Wunsch noch mehr gefestigt. Ich hatte auch schon vor ein paar Wochen DIE Frisur gefunden, die ich haben wollte. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass sie mir nicht stehen würde. Das war für mich aber okay.

Ich war letzte Woche auch schon kurz davor sie einfach abzurasieren. Also wurde es definitiv Zeit für die Friseurin.

Seit es kälter geworden ist, trage ich Mützen. Und Schals. Mit langen Haaren ist das etwas mühsam. Man fummelt da ewig ‚rum bis alles passt. Und am Ende sehen die Haare doch doof aus. Irgendwann hab‘ ich mir dann angewöhnt mir einen Zopf zu machen und ihn unter der Mütze zu verstecken. Da kam mir dann die Idee mit den kurzen Haaren. Es macht so ja ohnehin keinen Unterschied mehr. Nur dass ich jetzt erst keinen Zopf machen muss.

Dann hätten wir die Pflege. Aufgrund meiner Depressionen schaffe ich es nicht regelmäßig Haare zu waschen. Und ich habe auch keinen Grund dafür, da meine Haare erst nach ca. fünf Tagen fettig werden. Das ist schon ‚mal nicht schlecht, aber ich merke, dass meine Haare etwas darunter leiden, denn mittlerweile bin ich so unmotiviert, dass ich teilweise über 1 Woche nicht wasche und auch nicht täglich kämme. Weil es mir schlichtweg zu nervig ist.

Zusätzlich zu dem Ganzen kommt die Farbe. Ich hatte sie unten blau und oben blond/Naturhaarfarbe. Das sah mittlerweile echt schlimm aus. Auf Fotos weniger als in Wirklichkeit. Und oben konnte man sie auch gar nicht mehr färben, die Farbe wurde einfach irgendwie nicht angenommen.

Jetzt: Ich war bei der Friseurin. „Ich möchte sie ganz kurz.“ – „Sicher?“ – „Sicher.“ Mittendrin war ich mir dann nicht mehr so sicher. Ich dachte „das ist das Schlimmste, was ich je getan habe. Kann man die wieder ankleben?“ Aber ich bereue nichts. Als ich das Ergebnis gesehen habe, habe ich mich gefreut.

Sie sind kurz. Sie sind jetzt leichter zu pflegen. Ich kann Haare waschen, auch wenn ich am selben Tag noch etwas vorhabe ohne ewig föhnen zu müssen. Ich kann meine Haare theoretisch in kurzer Zeit und ohne großen Aufwand färben.

Ganz wichtig war für mich auch, dass ich jetzt endlich (leichter) Perücken tragen kann. Mit viel Glück bekomme ich welche zu Weihnachten und dann kann ich jeden Tag eine andere Haarfarbe und -länge haben. Das ist mein Traum. Das klingt banal, aber Haare sind mir unglaublich wichtig und ich wollte das schon immer.

Im Großen und Ganzen: meine Frisur empowert mich. Es gibt mir Selbstbewusstsein. Auch wenn ich sie unter der Mütze oder unter Perücken verstecke. Es nimmt jetzt weniger Zeit weg. Ich weiß, dass es wahrscheinlich bei anderen nicht so gut ankommt, aber das ist okay und mir relativ egal. Ich hab‘ mich lang nicht mehr über etwas so gefreut wie über diesen Haarschnitt und das ist, was zählt.

Und Haare wachsen ja auch wieder nach.

vorher
nachher

Übrigens: meine Naturhaarfarbe habe ich lange nicht mehr gesehen. Aber sie bleiben wahrscheinlich nicht in der Farbe, das halte ich nicht aus. ;)

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9 Gedanken zu “Warum meine Haare ab mussten

  1. Martin, der beste ;) schreibt:

    Sieht voll top aus. Endlich hat sich mal wieder jemand getraut. Wenn es sich die Tage vor Weihnachten nicht ausgeht, dann lass uns danach mal wo was trinken und quatschen. :D und deine Frisur bewundern

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  2. Sehr, sehr lässig!
    Als Anfang der 90er Madonna „Rain“ rausgebracht hat, hab ich mir auch kurze Haare eingebildet. Raspelkurz. Ist schon ein großer Schritt gewesen, aber wie du schreibst, viel leichter zu pflegen (zumindest, bis zu einer gewissen Länge).
    Ich hab sie dann aber wieder wachsen lassen, mit den kurzen Haaren MUSS ich mich nämlich schminken, sonst sehe ich wie mein Bruder aus…

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    • Danke danke! :)
      Hah, interessant, dass du das mit deinem Bruder erwähnst. Ich fühle mich nun auch ungeschminkt irgendwie ziemlich.. äh.. komisch. ^^ Grundsätzlich finde ich, dass mir lange Haare auch einfach besser stehen, aber dafür hab‘ ich heute meine Perücken bekommen und das passt erstmal für mich. ;) Es ist angenehm die Haare innerhalb von 10 Sekunden gekämmt zu haben und auch schnell mit dem Waschen fertig zu sein. DAS IST SO TOLL. Ich bin immer noch total begeistert von der Pflegeleichtigkeit. :D Abgesehen davon werden sie so endlich ‚mal richtig gesund, hoffe ich. ;)

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      • Ich hab früher sehr weite und gammelige Klamotten getragen und war so gut wie nie geschminkt. Da hat mich mal eine Klofrau mit einem Mann verwechselt und gesagt, nachdem ich mit meiner Freundin gemeinst
        am aufs Klo gegangen bin: „Der Herr rechts bitte“. Das ist nach wie vor der running gag. Aber kurze Haare wollte ich seit dem nimma :D Die Perrücken hab ich auf Instagram vorhin gesehen, sehr geil!

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  3. Damit dir die Haare abzuschneiden liegst du ja momentan auch voll im Trend. Machen ja gerade sehr viele. ;)
    Und warum nicht? Wenn es praktisch ist und du dich wohl fühlst? Ist ja die Hauptsache.
    Ich wäre da gerne (manchmal) auch so mutig. Aber irgendwie mag ich meine langen Haare (obwohl das Pflegen schon manchmal aufwendig ist) und mache zu gerne Zopfvarianten usw. als das ich mir gerade kurze Haare vorstellen könnte.

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    • Stimmt! Zu sagen „Trends sind mir nicht wichtig“ wäre zwar an sich korrekt, aber viele Trends beeinflussen trotzdem, unterbewusst. Vielleicht war das hier der Fall. :)
      Ich hatte auch IMMER lange Haare, aber sie schulterlang zu schneiden war schon ’ne sehr gute Entscheidung. Also dachte ich, den Schritt kann ich ruhig auch noch wagen. Haare wachsen ja nach. ;D

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